Angriff oder Flucht

Die allgegenwärtige Finanzkrise bringt ein ebenso allgegenwärtiges, weil tief in unseren menschlichen Wurzeln veranlagtes Verhalten zum Vorschein. Wenn es brenzlig wird, dann müssen wir uns zwischen den beiden Handlungsalternativen Kampf oder Flucht entscheiden, um unser Überleben in der gegebenen Situation zu ermöglichen. Gerade in diesen Tagen erleben wir Berater die immer gleiche Reaktion auf Krisensituationen insbesondere in den Konzernen. Alle Budgets für „Externe“ werden gestrichen. Jetzt wird gespart. Das führte unter anderem dazu, dass ein renommierter deutscher Konzern seinem Ideenmanager die Fahrt zur einer Kundentagung strich, die kürzlich stattfand. Dabei wäre doch genau jetzt der richtige Zeitpunkt, um „die Sache“ einmal durch fremde Augen anschauen zu lassen, um mögliche Engpässe zu erkennen und zu beseitigen. Stattdessen zieht man sich ins Schneckenhaus zurück und köchelt weiter im eigenen Saft. Mit anderen Worten: Flucht. Flucht ist jedoch immer auch passiv, wenn man einmal von der damit verbundenen körperlichen Bewegung absieht. So wird der erlittene Verlust letztlich größer anstatt kleiner, was sicher nicht im Sinne des Flüchtenden bzw. der Shareholder liegt.
Wir meinen, jetzt ist genau die richtige Zeit für externe Beratung. Wenn nicht jetzt, wann dann? Im Gegensatz zu den Zeiten des Aufschwungs, in denen es vielen Unternehmen „zu gut“ geht, die Überstundenkonten der Mitarbeitenden überquellen „eigentlich alles läuft“, kann man sich jetzt vielen Dingen widmen. Oder etwa nicht? Nein, eben nicht. Sobald die Konjunktur einbricht, werden die Mitarbeitenden panisch dazu verdonnert Überstunden abzubauen, egal, ob es gerade Sinn macht oder nicht. Irgendwie will mir dieser Aktionismus nicht gefallen. „Die guten Zeiten decken die Fehler zu. Die schlechten Zeiten lassen sie dafür umso offener zu Vorschein kommen“, schrieb der Management-Autor Winfried M. Bauer. Wenn es also schlussendlich um Fehler und die Aufdeckung derselben geht, dann gewinnt das Verhalten der Konzerne bzw. seiner Lenker durchaus an Plausibilität.
Wie aber löst man den Konflikt? Durch Kreativität und durch Toleranz – die Toleranz von Fehlern. Denn mangelnde Fehlertoleranz killt jede Kreativität. Das bedeutet nicht, allen in Unternehmen verbrochenen Unsinn gut zu heißen. Das bedeutet lediglich, die Tatsache zu akzeptieren, dass Fehler zu jedem kreativen Prozess gehören. Kreativität kann nicht ohne Fehler entstehen. Kreativität bedeutet Dinge anders zu tun und anders bedeutet eben auch, dass einmal etwas „daneben gelingen“ kann.
In diesem Sinne appelliere ich an die Unternehmenslenker, sich gerade jetzt darüber Gedanken zu machen, wie sie das kreative Potenzial in den Köpfen ihrer Mitarbeiter nutzen können, anstatt blind die Anzahl der Köpfe zu reduzieren. Unser Weg, dieses Potenzial zu nutzen, heißt PiT-Stop. Das, nehme ich an, wissen Sie. Also greifen Sie in die vor Ihnen liegenden Tasten und schicken Sie uns ein
Mail. Wir nehmen noch Kunden an.

Zu Gast bei Target-Soft

Gestern waren wir (Monika Krauskopf, Bernie Sander und ich) zu Gast bei Target-Software bei ihrem jährlichen Kundentag.
Wir hatten in angenehmer Atmosphäre die Gelegenheit viele interessante Vorträge von Target-Kunden und Target-Mitarbeitern zu hören. Dabei ging es um neue Entwicklungen der Target-Software als solches und um kreative Lösungen rund um das Thema Ideen- und Innovationsmanagement. Besonders bemerkenswert waren die Vorträge von Martin Künzi von der Swiss Post und von Oguzhan Genis von SAP. Beide stellten (ohne von einander zu Wissen) ihre Projekte zum Thema Collaborative (im Sinne von gemeinschaftlich) Innovation Management vor. Dahinter steckt die (Web 2.0) Idee, die auch den bekannten Social Communities (wie z.B. Xing oder Facebook) zu Grunde liegt. Nämlich die Diskussion und Weiterentwicklung von Ideen in einem offenen Netzwerk (und damit der Gestaltung der Inhalte). Um mit zu machen, muss man lediglich Teil der jeweiligen Community sein, d.h. hier Mitarbeitender bei der Swiss Post oder der SAP AG. Ansonsten darf, zumindest bei Postidea, frei an Ideen mit diskutiert und gearbeitet werden. So lange bis der Ideen- oder Problemgeber mit der Lösung zufrieden ist, bzw. das Problem gelöst ist. Kritische Geister sehen hier natürlich gleich die Problematik der Anerkennung bzw. Honorierung für eine solche Idee, wenn sie denn angenommen wird. Sicher muss man sich darüber Gedanken machen, doch das darf einen nicht davon abhalten so ein innovatives Projekt überhaupt in Gang zu setzen. Zu diesem Mut kann man nur gratulieren.